Die Geschichte der Ilsenburger Bibliothek

Als Gründungsdatum der Volksbücherei Ilsenburg galt bis jetzt das Datum des 2. Dezember 1912. Die Bibliothek wurde vom Lehrerverein gegründet und befand sich in der Schule (Faktoreistraße). Im Archiv wurden vor kurzem Papiere mit Hinweisen darauf entdeckt, dass die Bibliothek schon im Herbst 1908 aufgebaut wurde.
Seit dem 1. Januar 1913 konnte sie öffentlich genutzt werden und es gab einen handschriftlichen Katalog des Buchbestandes. Die Bücher wurden nur an Ilsenburger ausgeliehen. Zu dieser Zeit gab es keinen Ausleihraum und kein Lesezimmer. Die Volksbücherei war am Sonntagvormittag geöffnet und es mussten 10 Pfennig Leihgebühr entrichtet werden.
Am 1. Januar 1915 betrug der Gesamtbestand 157 Bände. Zur Anschaffung von Büchern wurden pro Jahr etwa 100 Reichsmark von der Gemeinde und dem Kreis zur Verfügung gestellt. Damit konnten ca. 15 Bücher angeschafft werden.
Bis zum 1. Oktober 1925 hatte sich der Buchbestand auf 276 Bände erhöht.
Von 1947 an befand sich nun die Volksbücherei in einem Raum der Kurverwaltung, Vogelgesang 10 und wurde von der Lehrerin Frau Waltraud Peschel geleitet.
Am 15. Januar 1948 wurden der Lehrerin Erika Pröpper und dem Lehrer Meenken die ehrenamliche Leitung übertragen. Für 1949 konnten dann 196 Leser und 971 Bücher registriert werden.
Am 4. März 1950 wurde die Leitung der Bibliothek Herrn Wilhelm Schreyer übergeben. Zu dieser Zeit nutzten 183 Leser den Bestand von 1.371 Büchern.

um 1953, Leseraum mit Buchausgabe

Seit 1951 arbeiteten nun zwei Büchereihilfen, Frau Löffler und Frau Baßler, in der Volksbücherei. Die Ausleihe fand einmal wöchentlich zwei Stunden nach Dienstschluss der Kurverwaltung statt.
Im Laufe des Jahres wurde die Bibliothek im ehemaligen Marienhof, der durch Graf Christian Ernst (1710-1771) für seinen Sohn, Erbgraf Heinrich Ernst und seiner Gemahlin, Gräfin Marie von Promnitz als Familienbesitz erbaut wurde eingerichtet.
Die Ausleihe fand nun auch an Urlauber statt. Der Bestand betrug 1.492 Bände und 586 Leser nutzten diesen.

Ab 1. April 1954 wurde die Bibliothek hauptamtlich geleitet.
1956 kam die erste ausgebildete Bibliothekarin in die Ilsenburger Bibliothek. Die Kinderbuchabteilung wurde durch die Zusammenlegung mit der Schulbücherei eingerichtet.

Freihandaufstellung

Kinderbuchabteilung

1962 erfolgte die Umstellung des Bestandes auf Freihandausleihe. Gleichzeitig wurde der Leserkatalog eingeführt.
Die weitere positive Entwicklung der Bibliothek Ilsenburg zeigen zum Beispiel folgende Daten aus dem Jahre 1968. In diesem Jahr umfasste der Bestand schon 10.182 Bände. Es gab 2.726 Benutzer mit 27.229 Entleihungen.

Im Jahre 1972 übernimmt die Stadtbibliothek die Funktion einer Zentralbibliothek im Gemeindeverband Ilsenburg und versorgt die umliegenden Gemeindebibliotheken mit Literatur.
1981 wurde eine Schallplattenabteilung in der Bibliothek eingerichtet.
Die Kinderbibliothek wurde 1984 aus Platzgründen in eine räumlich selbständige Einrichtung untergebracht. Die Stadt- und Zentralbibliothek weist in diesem Jahr einen Bestand von 28.181 Bänden aus, der von 1.771 Stamm- und 502 Saisonlesern mit 39.239 Entleihungen genutzt wurde.

wieder noch leere Regale, aber: äußere Verbesserungen 1965: Parkettfußboden

Erweiterung der Bibliothek 1991

Durch die Wende im Herbst 1989 wurde im Jahr 1990 ein starker Rückgang an Lesern und Entleihungen verzeichnet.

Am 1. September 1991 konnte die Bibliothek nach acht Wochen Schließungszeit in erweiterten und renovierten Räumen wieder eröffnet werden.

Kinderbibliothek wieder integriert

 

Kinderbibliothek

Kinderbibliothek

Die Kinderbibliothek wurde wieder intergriert.

 

Eingangsbereich der Bibliothek

Ab 1992 kann die Stadtbibliothek auf eine positive Bilanz nach dem Tiefpunkt der Wendezeit aufmerksam machen. Das beweisen die Daten aus dem Jahre 1993. In diesem Jahr betrug der Bestand 29.689 Medien, die von 1.747 Stamm- und 45 Saisonlesern sowie 689 Besuchern mit 68.589 Entleihungen genutzt wurde. In den folgenden Jahren konnten weitere Medien aufgenommen werden. So kann man heute auch Kassetten, CD´s, Videos und CD-Rom´s ausleihen. Außerdem verfügt die Bibliothek seit 1998 über einen eigenen Internetanschluss, der auch von den Benutzern zur Recherche genutzt werden kann.
2006 umfasst die Bibliothek 22.787 Medien. Darunter sind 2.581 Kassetten, CD`s und CD-ROM`s und 287 Videos und 160 DVD`s.